Dienstleistungen als nächste Stufe des Außenhandels

Hat die Globalisierung ihren Zenit überschritten? Muss sich Deutschland von seinem exportorientierten Wirtschaftsmodell verabschieden? Dieser Beitrag argumentiert, dass die fundamentalen Treiber wirtschaftlicher Integration eher für eine weitere Beschleunigung sprechen, trotz zumindest kurzfristig zunehmender protektionistischer Tendenzen in vielen Volkswirtschaften. Die Globalisierung ist noch lange nicht am Ende; die technologischen und politischen Risiken für Deutschlands Wohlstand nehmen aber eindeutig zu. Es gilt, jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Mit Reformen in die Zukunftsfähigkeit des Sozialstaates, mit Bildung, mit dem Abbau der deutschen Technologieängste. Und vor allem: mit der Stärkung Europas. Nur gemeinsam können die Staaten Europas ihre Vorstellungen zu einer nachhaltigen, inklusiven und demokratischen Gestaltung des Welthandelsregimes der Zukunft durchsetzen.

Die Abwendung der USA von der multilateralen Weltwirtschaftsordnung, die zunehmende Binnenmarktorientierung Chinas und der weltweit zu beobachtende Anstieg eines illiberalen Populismus suggerieren, dass die Zeiten boomenden Exports zunächst einmal vorbei sind. Doch die zunehmenden politischen Widerstände gegen die globale Marktwirtschaft sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Globalisierungsprozess von Anfang an von technologischen Veränderungen getrieben wurde und politische Prozesse zwar hemmend, manchmal auch disruptiv, aber letztlich nicht verhindernd, sondern gestaltend gewirkt haben. Die neuen technologischen Möglichkeiten der Digitalisierung sprechen mittel- bis langfristig eher für einen neuen Boom des Welthandels als dagegen.

Die Zeiten boomenden Exports mögen zunächst einmal vorbei sein: die Digitalisierung spricht aber mittel- bis langfristig eher für einen neuen Boom des Welthandels.

Die Geschichte des Welthandels verläuft in Wellen: Längere Phasen der Stagnation folgen auf Phasen rascher Globalisierung. Die aufkommende Geld- und Kreditwirtschaft, die Entwicklung der doppelten Buchhaltung und das Entstehen von Handelsgesellschaften führten zu einem ersten großen Globalisierungsschub gegen Ende des Mittelalters. Der Antrieb dazu waren privatwirtschaftliche Veränderungen, die vor allem von Italien ausgingen und dem Fernhandel zu einer ersten Blüte verhalfen. Die Entdeckung Amerikas hat das Ihrige dazu getan, dass Veränderungen in weit entfernten Gegenden den allgemeinen Wohlstand, die Einkommensverteilung und die politischen Kräfteverhältnisse in Europa maßgeblich mit beeinflussten. Dies hat zu einem politischen Wettrennen um Kolonien und um die dortigen Absatz- und Beschaffungsmärkte geführt, zu weiteren technologischen Verbesserungen in der Schifffahrt und zur Erfindung der Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Das politische Umfeld war von hoher Unsicherheit geprägt, von kriegerischen Auseinandersetzungen und mangelhafter Rechtsdurchsetzung, was die Entwicklung einer globalen Marktwirtschaft massiv behindert hat.

Der Welthandel boomt vor allem in Zeiten stabiler politischer Ordnung

Der zweite große Schub kam mit der grundlegenden Verbesserung der Dampfmaschine durch James Watt (1769) und den auf sie aufbauenden Anwendungen in Industrie und Transportwesen. Nach den napoleonischen Kriegen gesellte sich zu den neuen technologischen Möglichkeiten die Pax Britannica, die unter englischer Führerschaft die internationalen Handelswege gesichert und zu einem ungeahnten Anstieg des Welthandels geführt hat. Politische Sicherheit, neue wissenschaftliche Erkenntnisse – die Entwicklung des Prinzips des komparativen Vorteils durch David Ricardo im Jahr 1817 – und der folgende Abbau von Zollbarrieren zwischen und innerhalb der wichtigsten Staaten trieben den Handel in unbekannte Höhen.

Zwischen 1817 und 1866 nahm der Welthandel um durchschnittlich fast vier Prozent pro Jahr zu und wuchs mithin deutlich schneller als die Weltproduktion. Die Offenheit – das Verhältnis des internationalen Handels zur Wirtschaftsleistung – wuchs von etwa sechs Prozent im Jahr 1830 auf etwa 14 Prozent im Jahr 1872 (Abbildung). Von 1867 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam es zu einer deutlichen Verlangsamung des Handelswachstums, und zu einer graduellen Rückkehr zu protektionistischen Politiken. 1879 führte etwa das Deutsche Reich Zölle auf Roheisen und diverse Agrarprodukte ein. Die Offenheit stieg nicht mehr weiter und bewegte sich bis 1913 seitwärts. Doch trotz restriktiver Politiken wuchs der Handel im Gleichschritt mit der Produktion, unter anderem weil die technologische Entwicklung fortwährend zu fallenden Handelskosten beitrug. So hat die Einrichtung einer telegrafischen Verbindung zwischen Amerika und England allein die Handelskosten um circa acht Prozent reduziert.

Globalisierung: Offenheit der Weltwirtschaft

Die Stichprobe von 1830 beziehungsweise 1870 umfasst jeweils 17 beziehungsweise 27 Länder, die bis heute beobachtbar sind.

Richard Baldwin spricht in diesem Zusammenhang von einer »ersten großen Entkopplung« (»first great unbundling«): Der weltweite Güterhandel machte es möglich, die Konsumstruktur von Regionen und Ländern von der Produktionsstruktur abzukoppeln. Was an einem Ort konsumiert werden kann, ist nicht mehr von den notwendigerweise eingeschränkten Produktionsmöglichkeiten genau dieses Ortes vorherbestimmt, sondern die ganze Breite des weltweiten Angebots steht zur Verfügung. Die Wohlfahrtseffekte dieser Entkopplung sind offensichtlich. Sie erlaubt es den Regionen, der eigenen geografischen, technologischen oder klimatischen Zwangsweste zu entfliehen.

Verteilungskonflikte standen von jeher im Kern der Globalisierungskritik. Dies wird auch in Zukunft nicht anders sein.

Klar ist aber auch, dass diese Entkopplung mit sektoralem Wandel verbunden sein muss, weil die Produktion heimischer Güter, die auf den Weltmärkten zu niedrigeren Preisen und/oder höheren Qualitäten verfügbar sind, verdrängt wird und die Produktion wettbewerbsfähiger Güter über den heimischen Bedarf hinaus gesteigert werden muss. Wenn einzelne Produktionsfaktoren – speziell ausgebildete Arbeitnehmer, Fabrikanlagen, Land und so weiter – nur oder besonders intensiv in den schrumpfenden Sektoren eingesetzt werden, dann werden diese relativ und absolut an Einkommen und Kaufkraft verlieren. Produktionsfaktoren, die für die expandierenden Sektoren besonders relevant sind, werden relativ und absolut gewinnen.

Der Widerstand gegen diesen Wandel und seine Verteilungseffekte ist von jeher der Kern der Globalisierungskritik. So haben sich nach den napoleonischen Kriegen die adeligen britischen Landbesitzer massiv gegen die Rückführung von Getreidezöllen gewehrt, weil sie damit den Wettbewerb Kontinentaleuropas deutlich gespürt hätten. Gleichzeitig haben sich die Eigentümer der nun rasch in England aufkommenden Industrie massiv für die Abschaffung der »Corn Laws« eingesetzt. Ihr bis heute wirkmächtiges Sprachrohr war David Ricardo, der 1815 sehr ausführlich über die Verteilungswirkung der Zölle geschrieben hat. Moderne ökonometrische Untersuchungen zeigen, wie sehr diese klassischen Argumente die Zollpolitik auch heute noch erklären.

Der Erste Weltkrieg hat den Offenheitsgrad der Welt auf etwa zehn Prozent zurückfallen lassen; im Zuge der Weltwirtschaftskrise und der abermaligen Erhöhung von Handelsbarrieren fiel er im Jahr 1933 auf das Niveau von 1830 zurück. Das Fehlen einer klaren globalen Ordnungsmacht – stetige Aushöhlung der Pax Britannica, Isolationismus der USA – und machtpolitische Rivalitäten in Europa trugen dazu bei, dass es schließlich zur Katastrophe des Zweiten Weltkrieges kam und zum nahezu vollständigen Erliegen des Welthandels.

Als die USA nach dem Weltkrieg die Rolle des globalen Hegemonen annahmen und der Weltwirtschaft mit den Bretton-Woods-Institutionen einen institutionellen Rahmen gaben, kam es sehr schnell zu einem rasanten Anstieg des Welthandels. Die Offenheit der schon 1830 beobachtbaren Länder blieb allerdings bis in die 70er-Jahre bei zehn Prozent relativ gering. Erst danach, mit der Deregulierung des Kapitalverkehrs, stieg der Handel deutlich schneller als die Produktion, und die Offenheit erreichte um 1990 einen Wert von circa 15 Prozent. Deutschland, dank seiner Spezialisierung auf die Produktion handelbarer Güter und seiner geografischen Lage in der Mitte Europas, erreichte höhere Werte, die allerdings immer noch deutlich unter 20 Prozent lagen.

Mit dem Ende des Kommunismus im Osten Europas, der Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 1995 und der Öffnung Chinas brach eine neue Ära an. Mindestens ebenso wichtig wie die politischen Veränderungen waren die dramatische Absenkung von Telekommunikationskosten und geringere Logistikkosten. Vermutlich hat die flächendeckende Einführung der Containerschifffahrt die Handelskosten deutlich stärker abgesenkt als die Schaffung der WTO. Die Offenheit der Welt stieg deutlich; 2007 erreichte sie unter den UNO-Mitgliedern einen Wert von 25 Prozent; in Deutschland stieg die Exportquote (Exporte als Anteil des BIP) auf 44 Prozent.

Dabei trat ein im Prinzip altes Phänomen nun immer deutlicher zum Vorschein: In den Exporten der Länder stecken immer auch importierte Vorprodukte. Die in den deutschen Exporten enthaltene ausländische Wertschöpfung beträgt zwischen einem Drittel und einem Viertel des Warenwertes, und dieser Anteil hat sich zwischen 1995 und 2008 beinahe verdoppelt.

Die Globalisierungswelle der 90er-Jahre brachte prägende globale Wertschöpfungsnetzwerke hervor

Es mag übertrieben sein, hier von einer Basarökonomie zu sprechen, aber die stärkere internationale Fragmentierung von Produktionsprozessen ist eine unumstrittene empirische Tatsache. Man kann hier von einer zweiten großen »Entkopplung« sprechen. Im Unterschied zur ersten Welle spielen multinationale Unternehmen eine zentrale Rolle: Sie bringen die Technologien führender Industrienationen mit den Lohnkostenvorteilen der Schwellen- und Entwicklungsländer zusammen. Das Phänomen ist gekennzeichnet durch Handel in industriellen Zwischenprodukten und Dienstleistungen, und nicht so sehr in finalen Produkten. Die zentralen neuen Handelspartner hierfür sind und waren die neuen EU-Mitglieder und China. So sind etwa allein die Güterimporte Deutschlands aus China von vier Milliarden Euro im Jahr 1990 auf 61 Milliarden Euro im Jahr 2008 angestiegen. Die entstandenen globalen Wertschöpfungsnetzwerke werden die Weltwirtschaft noch über Jahrzehnte hinaus prägen. Ihre innere Logik beruht mehr auf klaren betriebswirtschaftlichen Kriterien als auf politischen. Dies spricht dafür, dass diese Netzwerke widerstandsfähig sind, sich in ihrer konkreten Form aber geänderten Rahmenbedingungen anpassen werden.

Globalisierung schafft neue Einkommen, bringt aber Gewinner und Verlierer hervor. Auch das wird sich nicht ändern. Insgesamt hat die Öffnung Chinas, Osteuropas und anderer Schwellenländer die Anzahl der in die Weltwirtschaft eingebundenen Arbeitskräfte von circa einer Milliarde Menschen auf zwei Milliarden verdoppelt. Weil der Preis eines Produktionsfaktors typischerweise fällt, wenn sich sein Angebot erhöht, kam es zu einem erheblichen Druck auf die Löhne der Arbeitnehmer in den alten Industriestaaten. In den Schwellenländern geschah das genaue Gegenteil.

Und in der Tat ist genau das passiert, was das berühmte »Elefantendiagramm« des Weltbank-Ökonomen Branko Milanovic eindrucksvoll zeigt (Abbildung 2). Das Diagramm ordnet die Bevölkerung der Welt ungeachtet der Staatsangehörigkeit nach dem realen Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 1988 (x-Achse) und trägt dann für jedes Perzentil die Wachstumsrate des realen Pro-Kopf-Einkommens bis zum Jahr 2008 ein.

Unter- und Oberschichten werden reicher

Wachstumsraten (in Prozent) des realen Pro-Kopf-Einkommens nach Einkommensgruppen

Die Analyse erfasst also eine Zeitspanne, in der der Welthandel ganz besonders stark relativ zur Weltproduktion angestiegen ist. Das »Elefantendiagramm« macht deutlich, dass in den betrachteten 20 Jahren fast alle Einkommensgruppen Einkommenszuwächse zu verzeichnen hatten, dass diese aber sehr stark über die Gruppen variieren. So sind die Einkommen der globalen Unterschicht – jene, die 1988 reicher als die zehn Prozent Ärmsten, aber ärmer als die 25 Prozent Reichsten waren – um mindestens 40 Prozent gestiegen, während die globale Mittelschicht – jene, die 1988 reicher als die 75 Prozent Ärmsten, aber ärmer als das Prozent der Reichsten waren – keine nennenswerten Einkommenszuwächse zu verzeichnen hatte. Die Allerreichsten sahen hingegen Gewinne von jenseits 60 Prozent.

Entwicklung der Einkommensungleichheit

Die Phase der »Hyperglobalisierung«10 ist also eine, in der ein globaler Mittelstand entstanden ist; die weltweite Einkommensungleichheit ist eindeutig stark zurückgegangen. Der »alte« Mittelstand – vor allem weite Teile der Arbeiterschaft in Europa und den USA – hat allerdings kaum oder gar nicht profitiert. Und in den allermeisten Ländern, ob im Norden oder im Süden, ist in der betrachteten Zeit die Ungleichheit gestiegen. Es sind vor allem die Besserverdienenden in den Industrieländern, die aus dem hochprofitablen Einsatz moderner Technologien in den Niedriglohnländern Nutzen gezogen haben.

In den allermeisten Ländern ist die Ungleichheit gestiegen.

Auch in Deutschland ist die Einkommensungleichheit gestiegen; allerdings bewegt sie sich seit 2005 eher seitwärts. Betrachtet man die Bruttoarbeitseinkommen der Gesamtbevölkerung, so ist seit 2005 sogar ein deutlicher Rückgang zu sehen. Das Beispiel Deutschland ist auch insofern interessant, als es dem Land gelungen ist, von der letzten Globalisierungswelle wie kein anderes zu profitieren. So ist es nicht, wie in vielen anderen OECD-Staaten, zu einem starken Rückgang der relativen und teilweise sogar absoluten Größe des Industriesektors gekommen. Die Ausdehnung der deutschen Wertschöpfungsnetzwerke nach Osteuropa hat die Wettbewerbsfähigkeit trotz nach wie vor hoher Löhne gesichert und ausgebaut; der Aufstieg Chinas hat Deutschland per saldo genutzt, weil ein großer neuer Absatzmarkt gewonnen werden konnte.

Seit 2010 entwickelte sich die Offenheit der deutschen Volkswirtschaft allerdings seitwärts; es gab sogar einige Jahre, in denen der Handel weniger stark wuchs als der Wert der Produktion. International war die Rede vom »global trade slowdown«.

Seit 2017 wächst der Welthandel zwar wieder stärker als das Welt-BIP, doch es ist noch unklar, ob dies eine dauerhafte Rückkehr zu den Zuständen vor der großen Wirtschaftskrise darstellt. Unter Ökonomen ist umstritten, zu welchen Anteilen strukturelle im Vergleich mit zyklischen Gründen für die zumindest temporäre Verlangsamung verantwortlich waren. Ganz sicher spielte die stärkere Binnenmarktorientierung Chinas eine ganz zentrale Rolle. Allerdings gibt es auch starke Hinweise auf eine Zunahme protektionistischer Politiken seit 2008; siehe die umfassende Berichterstattung des Projekts Global Trade Alert (GTA) an der Universität St. Gallen oder die deutliche Ausweitung der Anwendung von Straf- und Schutzzöllen, die zwar WTO-rechtskompatibel sind, aber deren Bezeichnung als trade defense-Maßnahmen doch nur als übertrieben euphemestisch bezeichnet werden kann.

Die Handelstheorie ist sich einig, dass die Wachstumsrate des Welthandels nur dann über der Wachstumsrate des Welt-BIP liegen kann, wenn die Transaktionskosten von grenzüberschreitenden Geschäften stärker fallen als jene innerhalb von Nationen, wenn neue Länder überhaupt in die Weltwirtschaft eintreten oder wenn die Nachfrage nach handelbaren Gütern stärker wächst als jene nach nicht handelbaren. Diese Bedingungen waren in den Jahren von 1970 bis 2008 regelmäßig erfüllt. In Zeiten, in denen schon (fast) alle Länder Mitglieder der WTO sind, die Handelspolitik keine Liberalisierungsschritte setzt, ist nicht mit überproportionalem Handelswachstum zu rechnen – es sei denn, es kommt zu technologischem Fortschritt, der die Kosten des internationalen Handels stärker fallen lässt als die Kosten des intranationalen Handels.

In China ist seit der Wirtschaftskrise genau das Letztere das Fall: Der massive Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vor allem im chinesischen Hinterland, die rapide Zunahme der Nutzung des Internets und der Abbau von regulatorischen Barrieren führen dazu, dass China wieder stärker mit sich selbst handelt; nach Angaben der Weltbank ist Chinas Offenheit von weniger als fünf Prozent im Jahr 1971 auf mehr als 65 Prozent im Jahr 2006 gestiegen – ein für ein Land dieser Größe wirklich extremer Wert – und seither aber auf einen Wert von 37 Prozent im Jahr 2016 gesunken.

Dies ist vor allem durch zurückhaltendes Wachstum bei den Exporten geschehen. Die Seitwärtsbewegung im Welthandel hat also ganz massiv auch mit der Normalisierung Chinas zu tun, und diese wiederum hat viel mit dem Ausbau des chinesischen Binnenmarktes zu tun. Auch dieses Argument weist darauf hin, dass das überproportionale Wachstum des Welthandels zwischen 1970 und 2008 eine Sonderphase der Geschichte beschreibt, die so schnell nicht wiederkommt. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass der Welthandel im Durchschnitt schneller wächst als die Weltproduktion. Dies hat mit der Digitalisierung zu tun.

Explosion des globalen Datenverkehrs

Was von den Handelsdaten – und anderen konventionellen Indikatoren der wirtschaftlichen Offenheit wie Investitions- oder Migrationsströmen – nicht abgebildet wird, ist das explosionsartige Wachstum der grenzüberschreitenden Datenströme. Von 2005 bis 2014 haben diese um den Faktor 45 zugenommen und werden sich, Schätzungen von Bughin und Lund zufolge, bis 2021 noch einmal um mindestens den Faktor 9 erhöhen. Mindestens ein Achtel des globalen Güterhandels wird bereits auf digitalen Plattformen angebahnt und abgewickelt; in China ist der Anteil vermutlich doppelt so hoch. Schon im Jahr 2014 wurden mehr als 50 Prozent des US-Dienstleistungshandels digital abgewickelt; in der Zwischenzeit ist dieser Anteil sicher noch deutlich angestiegen.  Es ist davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit 100 Prozent des Handels von Gütern und Dienstleistungen zwischen entwickelten Staaten mithilfe digitaler Mittel abgewickelt werden und dass der Anteil von Dienstleistungen, die digital »geliefert« werden, rasant steigen wird.

Beim digitalen Handel existieren große Erfassungs- und Messprobleme. Viele Länder nehmen grenzüberschreitende Bagatelllieferungen von der Verzollung aus, was häufig dazu führt, dass sie nicht in der Statistik auftauchen. Dazu kommt, dass viele internationale Dienstleistungen unentgeltlich erbracht werden, zum Beispiel Dienstleistungen sozialer Netze. Die Nutzer erlauben den Anbietern im Gegenzug, über ihre Daten zu verfügen. Bei solchen Transaktionen kommt es nicht zu klassischen Zahlungsbewegungen. Daher wird das Phänomen in den amtlichen Statistiken systematisch untererfasst.

Entgelte für die Nutzung von Patenten

Dazu kommt, dass die extreme internationale Mobilität von immateriellen Wirtschaftsgütern – zum Beispiel von Patenten – dazu führt, dass diese rechtlich in Ländern liegen, in denen sie nicht hergestellt wurden. Dies führt dazu, dass Entgelte für die Nutzung von Patenten nicht als internationaler Dienstleistungshandel, sondern als Gewinne in ausländischen Töchtern multinationaler Konzerne auftauchen können. Sie fallen mithin aus der Handelsstatistik, bleiben aber in der Leistungsbilanz als Primäreinkommen. Die genaue statistische Messung grenzüberschreitender Transaktionen wird immer schwieriger, je höher der Anteil von Dienstleistungen ist und je mehr immaterielle Wirtschaftsgüter international mobil sind.

Dynamische grenzüberschreitende Datenströme

2005-2014 auf Basis von Daten; 2015-2021 durch Schätzungen

Man muss damit rechnen, dass die offiziell messbare Dynamik von Globalisierungsprozessen hinter den tatsächlich stattfindenden Prozessen bleibt. Schließlich lässt sich heute nur erahnen, welche technologischen Potenziale für eine weitere Absenkung von Handelskosten existieren. Dabei ist ein tieferer Blick auf den Dienstleistungssektor von hoher Bedeutung.

Die nächste Globalisierungswelle: Digitalisierung und Dienstleistungshandel

In den meisten Ländern macht der Dienstleistungssektor 70 bis 80 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Produktion aus. Gleichzeitig liegt der Anteil der Dienstleistungen im internationalen Handel gerade einmal bei 30 Prozent. Ganz offensichtlich ist der Offenheitsgrad der Dienstleistungssektoren im Vergleich zur Industrie weiterhin minimal. Wenn es gelänge, die Handelbarkeit von Dienstleistungen deutlich zu erhöhen, dann käme es zu einer neuen Welle der Globalisierung mit ungeahnten Auswirkungen.

Die empirische Literatur zeigt sehr klar, dass der internationale Handel von Sprachbarrieren behindert wird. Dies gilt im Güterhandel, aber ganz besonders beim Handel von Dienstleistungen, wo die interpersonelle Kommunikation zwischen dem Erbringer und dem Empfänger der Dienstleistung zentral ist. Die riesigen Fortschritte, die die Anwendung künstlicher Intelligenz – vor allem neuronaler Netzwerke – in diesem Bereich bereits geleistet hat, legen die Vermutung nahe, dass die Überwindung sprachlicher Distanz mithilfe von Technologie eine realistische Vorstellung ist. Wenn die Sprachbarrieren wegfallen, dann ist mit einem Boom im Dienstleistungshandel zu rechnen, der bisher stattgefundene Wachstumsphasen in den Schatten stellen könnte.

Wenn die Sprachbarrieren wegfallen, dann ist mit einem Boom im Dienstleistungshandel zu rechnen, der bisher stattgefundene Wachstumsphasen in den Schatten stellen könnte Wenn die Sprachbarrieren wegfallen, dann ist mit einem Boom im Dienstleistungshandel zu rechnen, der bisher stattgefundene Wachstumsphasen in den Schatten stellen könnte.

Die digitale Globalisierungswelle könnte die globale Konvergenz beschleunigen, innerhalb Deutschlands die Ungleichheit aber erhöhen. Ganz neue Bevölkerungsgruppen aus Schwellen- und Entwicklungsländern könnten am internationalen Dienstleistungshandel teilnehmen. Berufe, in denen die direkte Kommunikation zwischen dem Erbringer und dem Empfänger einer Dienstleistung wichtig ist, wie der Medizinsektor, der Bereich der Aus- und Weiterbildung, Steuer- und Rechtsberatung sowie viele weitere unternehmensnahe Dienstleistungen, wären betroffen und könnten sich ähnlich globalisieren, wie es im Bereich der Softwareprogrammierung bereits passiert ist. Dies würde zu einer weiteren Konvergenz der globalen Einkommensverteilung führen, weil weite Bevölkerungsschichten im armen Süden in die internationale Arbeitsteilung eingebunden würden.

Die Tatsache, dass durch die Automatisierung im industriellen Sektor die ärmeren Länder weniger Vorteil aus ihren geringen Lohnkosten ziehen werden, verblasst im Vergleich zu den Effekten der Globalisierung des Dienstleistungssektors. Das Welt-BIP würde deutlich steigen, und die Armutsbekämpfung in den Schwellen- und Entwicklungsländern käme einen guten Schritt voran. Vor allem Länder mit einer verhältnismäßig guten Basisausbildung, wie zum Beispiel in Südasien (Indien, Indonesien) oder Südamerika, könnten davon profitieren.

Doch gleichzeitig käme es vermutlich zu einem weiteren Anstieg der Ungleichheit in den alten Industriestaaten, wo Sektoren, die bisher vom globalen Wettbewerb abgeschottet waren, unter Druck geraten könnten. Dabei ist es kaum möglich, vorherzusagen, wessen Löhne und Jobs gefährdet wären: In allen Segmenten entstehen neue Chancen, weil die Vertriebsplattformen, das Wissen und die Netzwerke der Dienstleister im Norden mithilfe der Zuarbeit aus dem Süden gehebelt werden könnten. Doch nur wer diese Chancen aktiv nutzen kann – das sind Personen, die über hebelbare Vorteile verfügen –, wird profitieren; die anderen werden verlieren, weil Wettbewerber aus dem Ausland bei ähnlicher Qualität billiger anbieten können.

Sektoren, in denen die interpersonelle Kommunikation unwichtig, aber physische Präsenz unersetzlich ist – wie zum Beispiel in der Gebäudereinigung, in Sicherheitsdiensten, in bestimmten Gesundheitsberufen (Pflege) –, wären nicht durch ein Absinken der grenzüberschreitenden interpersonellen Kommunikationskosten betroffen. Diese Bereiche bezahlen gegenwärtig eher unterdurchschnittliche Löhne, während Sektoren mit hoher Bedeutung kommunikativer Fähigkeiten bessere Löhne aufweisen. Es folgt, dass die Entwicklung besserer Übersetzungstechnologien zu einer weiteren »Aushöhlung der Mitte« in der Einkommensverteilung führen kann. Die Automatisierung und der verstärkte Einsatz von Robotern in der Industrie werden vermutlich ähnliche Konsequenzen haben.

Die Globalisierung weiterer Teile des Dienstleistungssektors würde Widerstand hervorrufen. Schon jetzt gibt es verschiedene Versuche, den Prozess der Digitalisierung regulatorisch zu bremsen, vor allem wenn die Nutznießer ausländische Konzerne sind. Das gilt für Bereiche, in denen neue Technologien helfen, Kunden und Anbieter von Dienstleistungen besser zusammenzuführen, beispielsweise bei der Personenbeförderung (Uber) oder der temporären Überlassung von Wohnraum (Airbnb). Die gegenwärtige deutsche Regierung hat sich im Koalitionsvertrag auf ein Verbot von Online-Apotheken festgelegt, weil sie die Qualität der Beratung gefährdet sieht.

Es ist gut denkbar, dass dieses Problem technologisch gelöst werden kann; gleichwohl wird sich die Branche gegen einen Angriff auf ein bisher sehr profitables Geschäftsmodell wehren. In vielen anderen Branchen sieht die Situation ähnlich aus. Daher muss man in der Zukunft mit einer Vielzahl neuer protektionistischer Tendenzen rechnen, die legitime Anliegen wie den Schutz der Verbraucher und ihrer Daten, der Umwelt, sozialer Standards et cetera vorschieben, um ausländische Anbieter von einer Teilnahme am Wettbewerb auszuschließen.

Die Digitalisierung – vor allem die Möglichkeiten durch künstliche Intelligenz – könnte also erstmals in der Geschichte zu einer tief greifenden Globalisierung des Dienstleistungssektor führen. Im Industriesektor ist hingegen eine umgekehrte Tendenz vorstellbar. Durch die voranschreitende Automatisierung und den Einsatz von künstlicher Intelligenz kommt es zu einer Substitution manueller Arbeit durch Maschinen. Der Anteil der Arbeitskosten in den Produktionskosten sinkt. Damit gehen auch die Anreize zurück, Produktion in Niedriglohnländer zu verlagern. Dazu kommt, dass das Zusammenwirken der Automatisierung und der nahtlosen Integration von Bestell-, Beschaffungs- und Produktionsdaten immer kleinere Losgrößen und maßgeschneiderte Angebote – nicht nur im Bekleidungs- und Schuhsektor – möglich machen könnte. Damit würde sich die Standortpolitik von Unternehmen ändern: Die Konzentration der Produktion an wenigen Standorten unter Ausbeutung von Skalenvorteilen tritt in den Hintergrund und die zeitnahe Erfüllung individualisierter Kundenwünsche in den Vordergrund.

China und Indien werden die Weltwirtschaft dominieren

Reales Trend-BIP ausgewählter Volkswirtschaften in US-Dollar, 2010 Kaufkraftparitäten

Diese Entwicklungen sind für Schwellen- und Entwicklungsländer, die außer ihren niedrigen Lohnkosten über keine Standortvorteile verfügen, eine schlechte Nachricht; sie könnten den Konvergenzprozess verlangsamen und ihn auf die Länder mit großen Binnenmärkten konzentrieren. Zum Stillstand käme die Konvergenz aber wahrscheinlich nicht, weil Prozesse mit umgekehrter Wirkung – beispielsweise im Dienstleistungssektor – gleichzeitig wirken. Die alten Industriestaaten würden durch das »Reshoring« von Wertschöpfung zwar profitieren, die alten Industriejobs kämen aber nicht wieder, weil die Veränderung ja gerade durch eine Erhöhung der Kapitalintensität der Produktion getrieben ist.

Neue Machtverteilung im Welthandel: China strebt dem Höhepunkt zu, Indien steht in den Startlöchern

Was bedeutet diese Entwicklung für die wichtigsten Handelsmächte und was für Deutschland? Abbildung 4 zeigt, wie sich nach Konsensmeinung die Anteile wichtiger Weltregionen am Welt-BIP von 2000 bis 2017 entwickelt haben und in den kommenden 40 Jahren entwickeln könnten. Der wichtigste Treiber ist hierbei die demografische Entwicklung, die sich relativ gut vorhersagen lässt – wobei Wanderungsbewegungen für Überraschungen sorgen können. Der zweite zentrale Treiber ist die Entwicklung der totalen Faktorproduktivität: die Rate, mit der die bereitstehenden Ressourcen (Humankapital, Land, das akkumulierte physische Kapital) in Output umgewandelt werden. Technologische Umbrüche wie jene, die in diesem Beitrag diskutiert werden, gehen nicht in die Projektionen ein; genauso wenig wie dramatische politische Veränderungen.

Auf dem Zeitstrahl bis 2060 liegen vier zentrale Ereignisse: Im Jahr 2011 hat China die Eurozone (15 Länder) überholt; das Pro-Kopf-Einkommen des Landes liegt aber trotz jahrzehntelangen Wachstums gegenwärtig noch unter 30 Prozent des europäischen Niveaus. Ab dem Jahr 2021 wird die Größe der chinesischen Volkswirtschaft jene der USA übertreffen. Um das Jahr 2045 herum wird China den Höhepunkt seiner relativen wirtschaftlichen Macht erlebt haben. Interessant: Die transatlantische Wirtschaft (USA plus Eurozone) wird nach den Prognosen der OECD bis 2060 und darüber hinaus größer sein als die chinesische Volkswirtschaft. Ebenfalls interessant: Der rasante Aufstieg Chinas dürfte sich deutlich verlangsamen. In den nächsten 30 Jahren wird der BIP-Anteil des Reichs der Mitte von derzeit circa 21 Prozent noch um etwa vier Prozentpunkte auf knapp über 25 Prozent anwachsen; in den vorhergegangenen 30 Jahren lag der Zuwachs bei 17 Prozentpunkten.

Auf Indien entfallen derzeit etwa sieben Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, obwohl das Land, ganz ähnlich wie China, circa 18 Prozent der globalen Bevölkerung auf sich vereinigt. Während die Größe der Erwerbsbevölkerung in China aber schon ihren Höhepunkt überschritten hat, liegt dieser in Indien noch in ferner Zukunft. Kurz vor dem Jahr 2057 könnte schließlich auch Indien die USA überholt haben. Die Dynamik der indischen Volkswirtschaft ist potenziell riesig. Der Subkontinent wird noch von internen wachstumshemmenden Kräften – überbordende Bürokratie, das Kastensystem, schlechte Infrastruktur – zurückgehalten. Wenn technologische Veränderungen aber zu einer deutlich verbesserten Handelbarkeit von Dienstleistungen führen, dann wäre Indien der größte Profiteur.

Will Europa relevant bleiben, so muss es gemeinsam agieren.

Halbiert sich der wirtschaftliche Einfluss der Eurozone, gemessen am Anteil im Welt-BIP, von 2000 bis 2060, so fällt jener Deutschlands auf ein Drittel. Dies hat mit der besonders stark rückläufigen Dynamik der Erwerbsbevölkerung in Deutschland zu tun – ein Umstand, der allerdings durch Migration deutlich abgemildert werden könnte. Jedenfalls macht das Bild sehr deutlich, dass der weltpolitische Einfluss Deutschlands, schon heute bescheiden, hinter jenem Brasiliens, Indonesiens und Russlands zurückfallen wird. Will Europa relevant bleiben, so muss es gemeinsam agieren. Das ist eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung. Europa muss künftig Koalitionen eingehen, wenn es eigene gestalterische Vorhaben in der Welt umgesetzt sehen will. Dabei muss es nach Washington oder Peking schauen; in der fernen Zukunft auch nach Neu-Delhi, in die Hauptstadt der größten Demokratie der Welt: Dort liegt die wirtschaftliche Kraft, die die zukünftige Weltwirtschaftsordnung maßgeblich prägen wird.

Zukunft des Außenhandels

Wie wir handeln müssen

  • Die Globalisierung ist ein vor allem technologiegetriebener Prozess. Protektionistische Politiken können disruptiv wirken, die Digitalisierung wird langfristig aber für einen neuen Globalisierungsschub sorgen, der die Ungleichheit in der Welt weiter abbauen, jene innerhalb der alten Industriestaaten aber erhöhen wird. Deutschland muss sich auf diesen Wandel vorbereiten – vor allem mit einem zukunftsfähigen Sozialstaat. Die Automatisierung der Industrieproduktion könnte Wertschöpfung nach Deutschland zurückholen; dies wird aber die alten Industriejobs nicht zurückbringen. Defensive Technologiepolitik ist keine Zukunftspolitik.
  • Asien ist weiterhin im Vormarsch; doch das relative Gewicht Chinas wird Mitte der 2040er-Jahre seinen Höhepunkt erreichen und selbst langfristig unter dem Gewicht der transatlantischen Volkswirtschaften bleiben. Europa kann erfolgreich die Regeln der Weltwirtschaft gestalten, wenn es bereit ist, Partnerschaften einzugehen. Die USA müssen dafür der erste Ansprechpartner bleiben. In der Zukunft wird die größte Demokratie der Welt – Indien – ein weiterer natürlicher Partner Europas.
  • Eine zentrale Zukunftsherausforderung ist die Gestaltung der globalen digitalen Ökonomie. Hier gilt es, den schwierigen Zielkonflikt zwischen effizientem Datenaustausch, Datenschutz und Besteuerung digitaler Unternehmen im Einvernehmen mit den internationalen Partnern zu lösen und der Tendenz zu digitalem Protektionismus zu widerstehen. Deutschland, mit seiner Tradition eines kooperativen Dialoges zwischen Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft, kann hier vorangehen, muss dafür aber seine tief sitzenden Technologieängste in den Griff bekommen.

Prof. Dr. Gabriel J. Felbermayr (42) ist Direktor des ifo Zentrums für Außenwirtschaft am ifo Institut in München und ein führender Experte für Fragen der Global Governance, insbesondere der internationalen Handels-, Investitions- und Migrationspolitik. Er wird im Frühjahr 2019 die Leitung des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel übernehmen. Er berät regelmäßig die deutsche Bundesregierung und die Europäische Kommission sowie Parlamente und internationale Institutionen. Derzeit befasst er sich schwerpunktmäßig mit der Frage, wie das Welthandelssystem modernisiert und gestärkt werden könnte.